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Dragon Age: Origins
 
Herausgeber:    Electronic Arts
Entwickler:    Bioware
Genre:    Rollenspiel
Multiplayer:    Nein
empf. Alter:    Keine Jugendfreigabe
Plattformen:  PC  Xbox360  PS3
 
Endlich ist es soweit - die Entwickler von Bioware, die für gelungene Rollenspiele wie "Mass Effect" und "Starwars: Knights of the Old Republic" verantwortlich sind, veröffentlichen ihr neustes Werk. Bei "Dragon Age: Origins" (DAO) kommen PC und Konsolenspieler gleichermaßen auf ihre Kosten. Wir testen, ob die typischen Bioware Mechanismen auch bei DAO angewandt wurden und auch dieses Rollenspiel an die Genrespitze führen.
 
Die Geschichte von Dragon Age: Origins ist zunächst mal schnell erzählt. Eine böse Macht, getrieben von Käpfern die eine gewisse Ähnlichkeit mit herkömlichen Orks aufweisen, bringt Schatten und Tod über ein bis dahin friedliches Königreich. Vier bis dahin harmonisch zusammen lebende Völker werden in Wut urn verzweiflung auseinander getrieben und es obliegt einem einzigen tapferen Helden, die Situation zu retten und endlich wieder für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Oder auch nicht - typisch für ein Bioware Rollenspiel übernehmt ihr natürlich die Rolle dieses Helden und dürft selbst entscheiden ob ihr als guter und friedlicher oder als böser und brutaler Protagonist zu Werke geht. Ein ausreichend umfangreicher und komfortabler Editor ist jedenfalls dabei behilflich, das optische Erscheinungsbild den eigenen Vorstellungen anzupassen. Eure Taten und Konversationen bestimmen dann schließlich, in welche Rchtung sich der Charakter entwickelt.
 
Charaktergestaltung mit großem Einfluss auf das Gameplay
In der Basis wählt ihr aus den drei verschiedenen Rassen Zwerk, Mensch und Elfe. Entscheidender für das Gameplay ist dann jedoch die Spezialisierung, die euch zwischen Magier, Schurke und Krieger wählen lässt und starken Einfluss auf den Spielverlauf nimmt. Wer lieber geradlinig durch die Welt rennt und alle Gegner mit seinem Schwert konfrontieren will, sollte sich für den Krieger entscheiden. Magier und Schurke spielen sich, wie schon von anderen Rollenspiel gewohnt, deutlich zurückhaltender. Nach einer Einführungsphase, die je nach Spezialisierung anders ausfällt, wird euch der Hauptauftrag erteilt - vereint die zerstrittenen Völker und stellt euch dem Bösen. Ab jetzt gilt es, dieses finale Ziel zu verfolgen um am Ende die große Schlacht für sich und das Königreich zu entscheiden.
 
Gut oder Böse?
Im Laufe des Spiels habt ihr es mit allen vier Völkern zu tun, die ihr ab nun zusammen führen solltet. Menschen, Magier, Zwerge und Elfen verfolgen eigene Ziele und stellen euch entsprechend unterschiedliche Quests bereit, die ihr auf unterschiedliche Weise lösen könnt. Bis zu drei Weggefährten schließen sich euch während des Spiels an, so dass ihr maximal zu viert in die Schlacht zieht. Wie schon bei Mass Effect beeinflussen die von euch gewählten Antworten in den Dialogsequenzen die Stimmung eurer Party - schlagt ihr komplett über die Stränge kann es sogar passieren, dass sich eure Helfer abwenden und fortan eigene Wege gehen. Insgesamt fällt auf, dass alle Charaktere sehr charismatisch wirken - immer wieder sind sich die Helden auch untereinander nicht ganz einig, was zu amüsanten Wortgefechten führt. Dabei glänzt vor allem die englische Sprachausgabe mit coolen Formulierungen und atmosphärischen Stimmfarben. Wer mag stellt also seine Konsole um und genießt die englische Originalfassung, die eine ansonsten tadellose deutsche Lokalisierung ein wenig in den Schatten stellt.
 
Brutal gut?
Ein typisches Merkmal von Dragon Age: Origins ist der hohe Gewaltgrad. Bei den Schlachten geht es ebenso draufgängerisch zur Sache wie bei den Dialogen. Wenn Äxte und Schwerter schwingen fliegen Körperteile und das Blut fließt literweise. Gekämpft wird nach einem eigens entworfenen Regelwerk, das von dem Standard Dungeons & Dragons Werk abweicht. Neben dem Primärangriff stehen euch einige Spezialmanöver zur Auswahl, die besonders spektakulär und effektiv sind, nach dem Gebrauch aber für eine Weile nicht zur Verfügung stehen und daher gut bedacht eingesetzt werden sollten. Typisches Hochleveln des Charakters und der Ausbau der Fertigkeiten steht natürlich auch auf dem Plan, was für Langzeitmotivation sorgt. Wer sich mit dem Ausbau des Charakters nicht beschäftigen möchte, kann Attribute und Fähigkeiten von der KI wählen und den Charakter automatisiert ausbauen lassen.
 
PC vs. Konsole
Die Unterschiede zwischen der PC und den Konsolenfassungen liegen in der Spieldarstellung und der Verwaltung eurer Party. Während ihr auf dem PC auch wahlweise aus der Vogelperspektive durch die Level laufen könnt, steht euch auf den Konsolen lediglich eine 3rd Person Ansicht zur Verfügung, die euch das Geschehen aber auch sehr viel intensiver erleben lässt. Auf dem PC ist es zudem möglich, euren Partymitgliedern gezielte Anweisungen zu geben. Dank guter KI und individuell erstellbaren Taktiken ist es jedoch gut zu verschmerzen, dass solche Anweisungen auf den Konsolen nicht Bestandteil der Featureliste sind.
 
Fazit
89% "ausgezeichnet"

"Dragon Age: Origins" ist ein rundum gelungenes Rollenspiel, das mit frischem Regelwerk, toller Atmosphäre, guter KI und hevorragendem Gameplay punktet. Die Konsolenfassung wurd zwar zugunsten einer komfortablen Steuerung ein wenig abgespeckt, verliert dadurch aber keinesfalls an Wert, da Dinge die auf dem PC eurer Entscheidungsgewalt unterliegen, durch gut agierende KI ausgeglichen werden. Die Story ist durchweg interessant und - typisch für ein Biowarerollenspiel - durch euer Verhalten beeinflussbar. Uns hat der Titel sehr viel Spaß gemacht, da es Bewährtes mit frischen Elementen kombiniert und dabei zu einem gelungenen Genrevertreter avanciert!
 
Andreas Müller  12.11.2009
 
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